Tunisian Future (Teil 1)

Tunisian Future (Teil 1)

Am Samstag (14.11.2015) fand die erste Veranstaltung der Reihe „Tunisian Future“ statt, die von unserer Nahost-AG der Hochschulgruppe zusammen mit der NGO „Democracy & Cooperation Forum“ organisiert wurde. Zur Podiumsdiskussion mit dem Titel „Der politische Prozess und die partizipative Demokratie“ waren zwei hochrangige Gäste geladen: Dr. Mostapha Ben Jaafar, Präsident des Demokratischen Forums für Arbeit und Freiheit, und Hammadi Jebali, der ehemalige tunesische Ministerpräsident. Der organisatorische Aufwand war groß, aber es lief alles gut über die Bühne und die Rückmeldungen waren sehr positiv. Die Simultanübersetzung erwies sich als Challenge, aber dank Techniker, Übersetzer/Übersetzerin sowie einer eigens zu diesem Zweck aufgebauten Dolmetschkabine und Kopfhörern für alle Zuhörenden gab es kaum Verständigungsschwierigkeiten. Im Gespräch mit dem Moderator der Diskussion erläuterte Dr. Jaafar die allgemeine Situation Tunesiens nach der „Revolution der Würde“ (der Begriff „Jasminrevolution“ wird im Land selbst nicht verwendet und sei laut Jaafar zu „touristisch“) und machte uns mit den verschiedenen Problemen und Perspektiven vertraut. Er sprach auch über die verschiedenen Faktoren, die zu einem friedlichen Verlauf der Revolution beigetragen habe. Er erwähnt z.B. das patriotische Militär, das – anders als in Ägypten – keine eigenen politischen Interessen vertrat. In den 1970ern seien in Tunesien die ersten Menschenrechtsorganisationen der Arabischen Welt gegründet worden, schon vor der Revolution gab es innerhalb des Landes einen regen Austausch zwischen den verschiedenen oppositionellen Gruppierungen. All diese Momente waren ausschlaggebend dafür, dass ein „ägyptisches Szenario“ (Militärputsch) verhindert werden konnte. Der etwas später angereiste Hammadi Jebali war durchaus kritischer als sein Kollege und merkte an, dass sich die Gesellschaft immer noch im Kampf zwischen Demokratie und Diktatur befände. Er kam aus aktuellem Anlass auf den Terrorismus zu sprechen und stellte dabei auch wichtige Fragen an den Westen: Wer gibt eine Definition von Terrorismus vor? Sei staatlicher Terrorismus nicht sogar schlimmer als nichtstaatlicher Terror? Er nannte explizit Russland und auch den israelischen Premierminister Netanyahu. Leider war die Zeit am Ende knapp und ließ wenig Raum für längere Diskussionen, doch nach dieser dennoch sehr informativen Veranstaltung mit wertvollen Infos aus erster Hand bildeten sich Grüppchen um die beiden Redner. So richtig wollte noch niemand nach Hause gehen, als der Schließdienst anrückte. Die nächste Veranstaltung wird am 12.12.2015 stattfinden.

(Text: Thorsten, Bild: Oualid)

Hurra, unser Blog ist da!

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